Kleidung

Was Sie über Kleidung im Waldkindergarten wissen müssen!

Grundsätzlich gilt, dass die Kleidung strapazierfähig und robust sein muss.

Besonders wenn es kalt ist, muss Kleidung verwendet werden, welche die Feuchtigkeit vom Körper weg transportiert.

Dadurch bleibt die Haut trocken und die Körperwärme wird nicht übermäßig schnell abtransportiert.

Das bedeutet aber auch, dass es falsch ist über längeren Zeitraum „Regenbekleidung“ zu tragen, die mit einer Gummi oder Folienschicht wasserdicht gemacht wurde oder gar daraus besteht.

Hierbei kommt zwar kein Wasser mehr von außen an den Körper, umgekehrt kann aber auch Feuchtigkeit die zwangsläufig durch schwitzen entsteht nicht nach außen abgegeben werden.

Im Ergebnis spielt es dann keine Rolle mehr, warum die Haut nicht mehr trocken und warm sondern feucht und kalt ist.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe, Sie beginnen zu frieren. Und ja hier gilt die Binsenweisheit „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung“ mehr denn irgendwo sonst. Hier an der Kleidung zu sparen, ist definitiv am falschen Platz gespart.

Wann ist Kleidung „Wasserdicht“

Zuerst einmal muss festgehalten werden, wie ermittelt wird ob ein Stoff Wasserdicht ist. Das Prüfverfahren hierzu ist in der Norm DIN EN 20811:1992, auch ISO 811(1 geregelt. Grundsätzlich passiert bei der Prüfung des Materials folgendes: Die Außenseite des Materials wird Wasser ausgesetzt, dann wird der Druck (beginnend bei 0) gesteigert. Dies wird solange fortgesetzt bis der dritte Tropfen das Material durchdrungen hat. Hierbei wird die dafür benötigte Zeit bzw. der dieser Zeitspanne entsprechende Druck gemessen.

Die Angaben erfolgen in Wassersäule in mm.

Laut der europäischen Norm EN 343:2003 („Schutzkleidung gegen Regen“) gilt ein Material als Wasserdicht Klasse 2 wenn die Bedingungen für eine Wassersäule von 800mm erfüllt sind. Als Wasserdicht Klasse 3 gilt Material mit einer Wassersäule von 1300mm in Deutschland wird davon ausgegangen, dass ein Material wasserdicht ist, wenn es die Bedingungen einer Wassersäule von 1500mm erfüllt.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in St. Gallen / Schweiz hat allerdings in einem aufwendigen Test und Prüfverfahren festgestellt, dass Funktionsmaterial erst ab einer Wassersäule von 4000mm als Wasserdicht anzusehen ist.

Wenn man berücksichtigt, dass bereits beim Sitzen auf feuchtem Untergrund ein Druck aufgebaut wird, der ca. 2.000 mm Wassersäule entspricht. Und z.B. beim Knien in der Hocke bereits ein Druck auf die Kleidung wirkt, der einer Wassersäule von ca. 4.800 mm entspricht, dann ist klar, dass eine Wassersäule von 1500mm für Kleidung die von Kindern im Waldkindergarten getragen werden soll unzureichend ist.

Quellennachweiß:

Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserdichtigkeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Meter_Wassersäule

Beim Kauf von Outdoroberbekleidung welche bei Regenwetter getragen werden soll, sollte also unbedingt auf folgendes geachtet werden:

 

  1. Sie sollte mindestens bis zu einer Wassersäule von 5000mm Wasserdicht sein.
  2. Sie sollte Atmungsaktiv sein. Wenn Sie jetzt meinen, Atmungsaktiv und Wasserdicht schließt sich aus, so ist das nicht der fall, z.B. im Segelsport findet Bekleidung Verwendung die Atmungsaktiv ist, also auch Feuchtigkeit nach außen abgibt und gleichzeitig bis zu einer Wassersäule von 30.000mm Wasserdicht ist.

Wichtig zu wissen ist aber, dass das Material mit der Zeit diese Eigenschaften verliert, wenn es nicht richtig gepflegt wird. Deshalb hier ein paar Tipps zur Pflege von solchen Kleidungsstücken.

 

  1. Waschen Sie diese Bekleidungsstücke immer mit der Innenseite nach außen (links herum)
  2. Verwenden Sie keine Flüssigwaschmittel
  3. Verwenden Sie keinen Weichspüler
  4. Nicht über 30°C waschen
  5. Nicht in den Trockner geben
  6. Nicht auf eine heiße Heizung zum Trocknen legen
  7. Regelmäßig nachimprägnieren Dabei sollten Sie sich erkundigen ob der Hersteller ein bestimmtes Mittel empfiehlt oder selbst eines im Angebot hat. Der Grund hierfür ist einfach der, dass es ansonsten im schlechtesten Fall zu einer Reaktion zwischen der Ursprungsimprägnierung und der nachträglichen kommt welche beide nahezu unwirksam werden lässt, oder gar die Fasern angreift. 

Nun eine beispielhafte Auflistung welche Kleidung zu welcher Jahreszeit angeraten wäre.

Winter

  • 1x gefütterte Matschhosen
  • 1 x gefütterte Matschjacke
  • 1 x 3-in-1 Outdorjacke
    das ist eine Oberjake (Wasserdicht) mit herausnehmbarer Fleecejacke. Beides kann auch einzeln angezogen werden z. z.B. im Sommer
  • 3 x Thermounterwäsche
  • 2 Fleecehosen
  • 2 Fleecepullover
  • 3 dünne Rollis
  • 3 Pullis
  • 1 Paar (Termo-) Gummistiefel incl. Herausnehmbaren Innenschuh
  • 1 Paar gefütterte Winterstiefel mit wetterfester Galosche
  • 1 Paar gefütterte Buddelhandschuhe
  • 1 Paar Fingerhandschuhe (Wasserdicht)
  • 3-4 Paar Stiefelsocken welche den Fuß warm und trocken halten
  • 1 gute Mütze

 

 

 

Sommer

  • Leggings oder dünnere bequeme Hose
  • Socken nach möglichkeit wieder welche bei denen der Fuß trocken bleibt
  • bequeme Jeans oder Cordhose
  • dünnes Unterhemd
  • dünnes helles langärmeliges Shirt
  • dünne Jacke
  • dünne Mütze nach möglichkeit mit Nackenschutz
  • feste Schuhe (Wanderschuhe)
  • ggf. Funktionstuch für den Hals

Regenkleidung

Matschhose und Matschjacke. Je nach Außentemperatur die gefütterte oder ungefütterte Variante.

Als Kopfbedeckung eignet sich hier ein Südwester besonders gut, da das Wasser dann weder über das Gesicht läuft noch in den Nacken

Als Schuhe kommen bei diesem Wetter Gummistiefel in Frage, diese sollten ein gutes Profil haben.

Für den Rucksack empfiehlt sich eine Regenhaube, damit alles trocken bleibt.